Wer sind wir

  • Wir sind Weissacher Bürgerinnen und Bürger, die gerne in der Kommunalpolitik aktiv sind. Wir sind Bürgerinnen und Bürger aller Altersklassen, verschiedener Berufsgruppen und mit individuellen Vorstellungen.
  • Wir alle möchten uns gerne in unserer Gemeinde einbringen, Dinge in Frage stellen, an Konzepten mitarbeiten. Jeder bringt hierfür sein persönliches Engagement mit.
  • Wir vertreten weder persönliche noch parteipolitische oder wirtschaftliche Einzelinteressen.
    Wir sind deshalb keine Parteienliste, sondern frei und unabhängig.
  • Wir sind die ökologische Kraft im Weissacher Tal

Liste Weissacher Bürger 2019

Was mit der Liste Weissacher Bürger bisher auf den Weg gebracht wurde

  • Ausbau erneuerbarer Energien und Maßnahmen zur Energie- und CO2 Einsparung
  • Wasserversorgung vollständig in kommunaler Hand mit eigenem Trinkwasser
  • Tempo 30 im Ortskern von Unterweissach
  • Ausbau der Kinderbetreuung - auch in den Ortsteilen
  • Bildungscampus an der Grundschule in Unterweissach mit Kinderhaus in öffentlicher Hand
  • Jugendtreff in Weissach im Tal
  • Schulsozialarbeit im BIZE und an den Grundschulen
  • Schaffung bezahlbaren Wohnraums in der Fuchsklinge
  • Nahwärmekonzepte im Rombold-Areal und in der Fuchsklinge
  • Erhalt und Pflege der Streuobstwiesen
  • Integrationsmöglichkeiten von Flüchtlingen
  • Kunst- und Kulturprojekte
  • Stelle des Klimamanagements und des Umweltbeauftragten in der Gemeinde
  • Zahlreiche Auszeichnungen für Projekte und Engagement im Klima- und Umweltschutz

Mitmachen kann Jede/Jeder,

die/der sich angesprochen fühlt. Auch ohne Mitgliedschaft ist bei uns Jede/Jeder willkommen, der/dem ein demokratisches, ökologisches und soziales Weissach im Tal wichtig ist.
Unsere Sitzungen und wichtigen Termine werden rechtzeitig im Gemeindeblatt und natürlich auf der Homepage bekannt gegeben oder dürfen gerne unter der angegebenen E-Mailadresse erfragt werden.

 

Weihnachtsgruß der Liste Weissacher Bürger

Bruch, 19.12.2021

Liebe Menschen in und um die „Liste Weissacher Bürger“,

jetzt ist es schon das zweite Weihnachtsfest, der zweite anstehende Jahreswechsel, dessen Rahmenbedingungen durch ein Virus diktiert wird. 

Vor allem jetzt, in den längsten Dunkelzeiten des Jahres, bei trübem, ungemütlichem nasskalten Wetter, wenn der Himmel bleigrau über uns hängt, als gäbe es kein sonniges Morgen mehr, besteht die Gefahr, dass Trübsinn, Scheißegalhaltung, Pessimismus  und Resignation die Oberhand erlangen.

Wenn ich an die Zeilen denke, die ich vor einem Jahr geschrieben habe, stelle ich fest, dass sich die Situation grundsätzlich nicht verändert hat. Manches ist sogar schlechter  und schwieriger geworden.

Die Fanatiker, die Schreihälse verschaffen sich Geltung, als ob eine Behauptung an Wahrheitsgehalt gewinnt, wenn sie nur oft und laut genug vorgetragen wird.

Die Töne werden schärfer, schriller, die Risse werden tiefer. Quer durch einstige Freundeskreise, Familien, Betriebe und Organisationen. Eine echte Belastungsprobe.

Dabei kann man beobachten, dass die Herausforderung tatsächlich das Beste im Menschen hervorbringen  kann – aber eben auch das Schlechteste.

Ich würde mich freuen, wenn wir gemeinsam weitermachen – allen Widrigkeiten zum Trotz, oder gerade deshalb. Auch bei gelegentlichen Schwankungen ist, aus meiner Sicht, aufgeben keine Option. Dies gilt vollumfänglich auch für die „Liste Weissacher Bürger“.

Um es deutlich zu sagen: “Vieles was zur Zeit von jedem gefordert wird um Not zu wenden, ist nicht schön. Es ist anstrengend und macht keinen Spaß. Es erfordert Disziplin und bisweilen, dass wir persönliche Befindlichkeiten hinten anstellen. Dennoch glaube ich lieber Wissenschaftlern, die sich auch mal irren können, als Irren die sich für Wissenschaftler halten. Ich sehe meine Rechte nicht bedroht oder beschränkt, sondern ich sehe mich bedroht durch Rechte und Beschränkte!“

Seit wann geben wir Wahnsinn den Vorzug vor Vernunft??

Die Dinge ändern sich – manchmal schneller als uns lieb ist – und wir können uns aussuchen ob wir uns in die private Komfortzone  zurückziehen, oder uns immer wieder aufraffen um Dinge anzupacken. Nicht mit dem Mund, sondern mit der Hand am Arm. Im einen wie im anderen Fall.

Unser Ort verändert sich, strukturell, sozial und personell. Neben einigen kostenintensiven, größeren Vorhaben ist nun u.a. die Stelle des Bürgermeisters neu zu besetzten. Man darf auf die möglichen Kandidaten gespannt sein.

Es wäre mir wohl, wenn sich die Liste auch zu diesem Anlass mal wieder enger zusammenfindet und Ihr Euch wieder mehr und aktiver einbringt.

Zum Weihnachtsfest möchte ich Euch gerne zwei Bilder des obermüllerschen Beitrages  zu Brucher „leuchtende Adventswochenenden“ schicken. 

„Licht in dunklen Tagen“pastedGraphic.pngpastedGraphic_1.png

Wer Lust hat, ist eingeladen mal vorbeizugucken. Wir lassen das Dorf bis 06.01.22 stehen.

Wer mal wieder auf der Homepage vorbeischaut, kann bei Interesse nachlesen, was mir im Rahmen meiner Praktika beim Bauhof und im Klärwerk so alles begegnet ist. War sehr gut investierte Zeit!

Nun wünsche ich Euch allen, von Herzen, eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Start in das neue Jahr!

Beste Grüße von

Thomas Obermüller

Praktikum eines Gemeinderats im Klärwerk Weissach im Tal

Praktikum im Klärwerk Weissach im Tal vom 14. – 16.09.2021

-Thomas Obermüller- 

Vor gut 2 Jahren wurde ich für die „Liste Weissacher Bürger“ in den Gemeinderat gewählt und fühle mich immer noch als Lernender.

Im Zuge der Arbeit im Rat habe ich mich mit Sachverhalten auseinandergesetzt, die früher nicht so sehr in meinem persönlichen Fokus lagen. Dabei habe ich festgestellt, dass ich mir, für mich, in mancher Beziehung mehr Detailkenntnis  wünschen würde, als alleine die Informationen, die im Vorfeld von Entscheidungen als Sitzungsvorlage zu Verfügung gestellt werden.

Dies ausschließlich zu dem Zweck, meine Meinungsbildung auf eine breite Basis zu stellen und meine Entscheidungen jeweils schlüssig erklären zu können.

Deshalb trat ich an die Verwaltung und an den Zweckverband mit der Frage um ein Praktikum im Klärwerk und eines beim Bauhof heran.

Meiner Bitte wurde entsprochen – was mich sehr gefreut hat – und am 14.09. trat ich zunächst im Klärwerk Unterweissach, für 3 Tage zum Dienst an.

Es sollten sehr informative, bereichernde Tage werden!

Nach kurzer Begrüßung und Vorstellung durch den Klärmeister, Herrn  Zanker, verbrachte ich die erste Zeit im Labor wo  mir einen Crashkurs in Klärchemie und Biologie verpasste wurde und der schon durchschimmern ließ, dass da ein komplexes, umfangreiches Wissensgebiet auf mich lauerte. 

Jedenfalls schwirrte mir bald der Kopf von Nitrat, Nitrit, CSB (chemischer Sauerstoffbedarf) Phosphat, Eisenchlorid und verschiedenen chemischen und biologischen Prozessen, von Enzymen und Polymeren..

 Mir wurde bewusst, dass eine lückenlose und in genauen Zyklen durchgeführte Probennahme und Analyse die Voraussetzung zur Steuerung der Anlage bildet. Ebenso wichtig ist die Analyse wichtig, um früh über mögliche Störungen informiert zu sein.

Je nach Messwert wird es nötig, durch die Regulierung von Sauerstoff, in den Klärprozess einzugreifen. Auch mit der Menge des entnommenen Klärschlammes ist es möglich den Klärprozess zu steuern, da dieser für den Bakterienbestand in der biologischen Klärstufe die Grundlage ist.

Im Verlauf der Tage lernte ich viel über die Vorgänge, die wir alle (wie selbstverständlich) nutzen, aber uns selten darüber Gedanken machen.

Im Rechenhaus werden die groben Bestandteile aus dem Abwasser gefischt, ausgespült und der Rest zur Entsorgung in Container gefördert.

Danach passiert das Abwasser den Sandfang um danach ins Vorklärbecken zu gelangen wo Schwimm – , Schweb – und Sinkstoffe getrennt werden. Während abgesetzte Stoffe in den Faulturm gepumpt werden begeben sich die Schwebstoffe mit dem Schmutzwasser weiter in Richtung Schlammfällung, wo durch dosierte Beigabe von Chemie, weiterer Schlamm „ausgefällt“, abgesetzt und (je nach Probenwert) weiter zum Faulturm oder eben zurück in den Klärprozess gepumpt wird.

Das (optisch) bereits recht saubere Abwasser wird an der Oberfläche des Fällturmes abgeleitet und fließt  in Richtung Tropfkörper. 

Diese Beiden runden Türme sind mit Lavabrocken gefüllt und von Bakterien bewohnt die sich über weitere Schadstoffe hermachen. Danach geht es ins Nachklärbecken wo sich nochmals Stoffe absetzen können und sich das geklärte Wasser in Richtung Gewässer verabschiedet.

Im Faulturm findet eine Umwandlung der abgesetzten Stoffe in Methan und Stickstoff statt. Mit dem Methan wird das 50 KW Blockheizkraftwerk auf der Anlage betrieben. Die regelmäßig entnommenen Reststoffe (es kommt ja ständig neues Material dazu) aus dem Faulturm werden ausgepresst und als Presskuchen in Containern gesammelt und entsorgt.

Meine Schilderung kann natürlich nur ein ganz knapper Abriss der tatsächlichen Abläufe sein. Die Vorgänge sind deutlich komplexer und die Schilderung dient nur der groben Orientierung.

Weiterhin interessant ist die Rolle der 32 Regenüberlaufbecken im Gemeindegebiet.

Unsere Kläranlage ist mit 235 ltr/Sek an der Leistungsgrenze. Da wir ein Mischsystem haben und somit  (z.B. bei Regen) unterschiedliche Mengen an Wasser und Schmutz bei der Anlage ankommen braucht es ein Regulativ.

Auch aus diesem Grund wird gerade vor der Kläranlage gebaut um auch künftig einen Puffer für die Kläranlage zu haben. Kommt tatsächlich mehr verschmutztes Wasser in der Kläranlage an als diese „verarbeiten“ kann geht der Überschuss ungeklärt in die Gewässer.

Neben besserem Verständnis für die Abläufe bekam ich Einblick, in die vielfältigen Aufgaben der Klärwerksbesatzung. Häufig sind Pumpen sonstige Technik zu warten, ein und auszubauen, Fachfirmen bei Baustellen im Straßenraum am Kanalnetz zu begleiten, Container auszutauschen, Technik instand zu setzen, die Presse regelmäßig zu leeren, die RÜBs zu kontrollieren. 

Dass die Pflege der Anlage, einschließlich Grünschnitt auch in ihren Zuständigkeitsbereich fällt, sei nur nebenbei noch erwähnt.

Bemerkenswert war die Tatsache, dass es in der Anlage nicht generell stinkt!

Im Rechenhaus, in dem u.a. auch unsere Ausscheidungen ankommen, riecht man das schon, aber ansonsten ist das auf der Anlage völlig ok und ich hab wirklich schon schlimmeres gerochen.

Als Arbeitsplatz empfand ich die Kläranlage als wirklich vielseitig, abwechslungsreich, sinnvoll  und mit Raum für Engagement. Es ist ganz sicher auch ein interessanter, erfüllender  Ausbildungsberuf.

Natürlich ist die Reinigung unserer Abwässer auch ein Kostenfaktor. Alleine die Entsorgung der Reststoffe aus der Presse schlagen jedes Jahr mit grob 135 000,-Euro zu Buche. Aber auch Containermiete und Transport ist zu zahlen, Reststoffe aus dem Sandfang und die Feststoffe vom Rechen müssen teuer entsorgt werden, um nur einige Posten zu nennen. 

Auch Investitionen in die Zukunft sind erforderlich, denn die Anforderungen an das Klärergebnis steigen und die Technik entwickelt sich weiter.

Dabei könnten wir alle ein wenig beitragen, dass diese Kosten minimiert und der Betrieb der Anlage erleichtert wird.

Zum Beispiel:

  • Außer Ausscheidungen und normalem Klopapier kommt nichts mehr in die Toilette! (Feuchte Tücher, Essensreste, Tampons und Einlagen  gehören in die Mülltonne)
  • Sensibler Umgang mit scharfen Reinigern a`la  Domestos
  • Keine Medikamentenreste (vor allem Antibiotika) in die Toilette
  • Keine Säuren, Laugen, Verdünnungen usw. auch das haut die beste Biologie um

Ich danke den Kolleginnen und Kollegen der Kläranlage für Ihre Geduld und die freundliche Aufnahme und für alles was ich erfahren durfte. Ich hoffe dass ich durch aktive Mitarbeit ein klein wenig zurückgeben konnte. Ihr habt mich weitergebracht und Spaß hat es obendrein gemacht.

Thomas Obermüller

Liste Weissacher Bürger